Montag, 29. September 2008

Um nortista administrando um país que sempre foi dominado pelos incompetentes sulistas.

Alexander Busch (São Paulo) 25.09.2008

Brasilien wird jetzt Ölmacht – und Präsident Lula ist trotz des baldigen Endes seiner Amtszeit gefragt und kann sich über eine große Popularität freuen.

Eigentlich müsste der brasilianische Staatspräsident längst eine lame duck, eine lahme Ente sein: Luiz Inácio Lula da Silva hat nur noch zwei Jahre zu regieren, und die Verfassung verbietet eine Wiederwahl. Normalerweise verlieren Präsidenten dann ihre Macht, weil alle schon nach dem aussichtsreichsten Nachfolger schielen. Doch Lula scheint diesem politischen Schicksal zu entgehen: Der Präsident ist seit Monaten fast täglich auf den Frontseiten der Zeitungen zu sehen. Wenn der 62-Jährige Raffinerien eröffnet oder Schulen einweiht, reist jedes Mal sein halbes Kabinett an. Gouverneure drängeln mit Bürgermeistern, um neben Lula fotografiert zu werden. Minister und Unternehmer als Vorredner preisen Lula über den grünen Klee – bis der ehemalige Gewerkschafter und Arbeiterführer eine seiner donnernden Reden hält: „Endlich hat der liebe Gott beschlossen, sein Quartier in Brasilien aufzuschlagen!

Nein, Lula ist nicht religiös geworden. Der Mann kann nur sein Glück kaum fassen: In den fünf Jahren seiner Regierungszeit hat sich Brasiliens Wirtschaft rasant entwickelt. Unter dem pragmatischen Linken Lula gelangen dem Amazonasland wirtschaftlich größere Fortschritte als im gesamten halben Jahrhundert zuvor. Jetzt sieht es sich angekommen in der Riege aufstrebender Volkswirtschaften – wie Indien, Russland oder China.

Aus dem notorisch kriselnden südamerikanischen Riesen wurde nach 2003 ein Ernährer der Welt. Bei Produkten wie Soja, Orangensaft, Kaffee, Rindfleisch und Zucker ist Brasilien heute größter Anbieter auf dem Weltmarkt. Brasilien liefert Rohstoffe für die boomenden Industrien in Fernost. Brasilien ist ein weltweit führender Standorte der internationalen Bergbaubranche. Beim Einsatz von Biotreibstoffen, der Ethanolherstellung und den dafür benötigten Motoren verfügt Brasilien über das weltweit größte Know-how.

www.wiwo.de 25.09.2008