Montag, 28. April 2008

Gemeinsame Herausforderungen

Gemeinsame Herausforderungen
Andreas Fink

Peru rückt im Mai ins Zentrum der europäisch-lateinamerikanischen Beziehungen. Dann treffen sich in Lima rund 70 Staats- und Regierungschefs zum V. EU-Lateinamerika-Gipfel.

Ein Ausblick Lateinamerika und Europa, das ist so etwas wie eine alte Liebe. Keine andere Region der Erde ist Europa und seinen Idealen näher als der südliche Teil des amerikanischen Kontinents. Das gemeinsame christliche Erbe verbindet beide Erdteile ebenso wie grundsätzliche Wertvorstellungen wie Demokratie, Menschenrechte und Marktwirtschaft. Wenn es im Rahmen der Vereinten Nationen über Grundlegendes zu votieren gilt, dann stimmen Europäer und Lateinamerikaner gemeinsam.

Ihre Zusammenarbeit unterstreichen beide auch auf regelmäßigen Gipfeltreffen. Seit 1999, als sich erstmals alle Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union und die der lateinamerikanischen und karibischen Staaten in Rio de Janeiro trafen, findet ein solcher Gipfel alle zwei Jahre statt. Das nächste Treffen steht kurz bevor: Am 16. und 17. Mai kommen in der peruanischen Hauptstadt Lima an die 70 Regierungschefs und Staatschefs zum V. EU-Lateinamerika-Gipfel zusammen.

Über zwei große Themen wollen sich Europäer und Lateinamerikaner in Lima verständigen: Über die Bekämpfung der Armut, in der immer noch ein Drittel der Lateinamerikaner leben. Und über nachhaltige Entwicklung. Seitdem sich das Weltklima immer dramatischer verändert, ist der Schutz der riesigen natürlichen Reserven Lateinamerikas ein globales Anliegen. Ebenso wie die Fragen nach den Energien der Zukunft.

Bereits im Vorfeld des Lima-Gipfels fand vergangenen September in Santiago de Chile ein Forum über „Soziale Kohäsion“ statt, auf dem Fachleute und Politiker aus beiden Regionen die Themenfelder erörterten, die im Zentrum der Verhandlungen von Lima stehen werden:
1) Die intensive Suche nach Strategien, um sozial besonders benachteiligte Gruppen wie ethnische Minderheiten, indigene Völker, Frauen und Kinder zu fördern
2) Die Verbesserung von Erziehung und Bildung auf allen Bildungsniveaus
3) Die Unterstützung kleiner und mittlerer Betriebe mit dem Ziel, die Schattenwirtschaft zurückzudrängen und für beide Seiten faire Arbeitsverhältnisse zu schaffen.
4) Die Verbesserung staatlicher Sozialsysteme, finanziert durch eine gerechtere Steu-ererhebung.

An Vorschlägen für eine bessere und transparentere Fiskalpolitik arbeiteten Experten beider Regionen auch am 12. und 13. März 2008 bei einem weiteren Lima-Vorbereitungstreffen in Berlin. Dabei ging es um folgende Fragen: Wie können mehr Steuergelder erhoben werden? Wie können die Einnahmen gerechter verteilt werden? Und wie kann die Bevölkerung kontrollieren, was der Staat mit ihren Abgaben anstellt?

Der zweite große Programmpunkt des Gipfels in Lima ist eine Herausforderung, der sich Europa und Lateinamerika in gleichem Maße stellen müssen: Der Klimawandel, der Rückgang der Artenvielfalt und die Frage nach den Energien der Zukunft. Am 3. und 4. März 2008 trafen in Brüssel erstmals alle Umweltminister aus dem lateinamerikanisch-karibischen Raum auf ihre Amtskollegen aus Europa. Dabei stimmten alle anwesenden Minister überein, dass der weltweite Schadstoffausstoß erheblich reduziert werden müsse, um die Klimaziele der Vereinten Nationen zu erreichen. Besonders wichtig ist das für eine Reihe von Staaten in Mittelamerika und der Karibik, die, so die Einschätzung der Vereinten Nationen, ganz besonders stark unter dem globalen Klimawandel leiden werden. Deswegen müssen alle Länder ihre Bevölkerung besser über die klimatischen Zusammenhänge informieren, sie müssen ihre Mess- und Kontrollsysteme verbessern und den politischen, rechtlichen und institutionellen Rahmen schaffen, um schnell und effektiv auf Schäden reagieren zu können. Aus diesem Grund empfahlen die in Brüssel versammelten Minister und Experten, neue Finanzmechanismen zu entwickeln, die auch finanziell schwächeren Staaten in der Region den Zugang zu modernen Technologien ermöglichen.

Damit sich die Erde nicht immer weiter erwärmt, müssen alle Staaten den Schadstoffausstoß reduzieren, in Europa wie in Lateinamerika. Dabei müssen sie traditionelle fossile Brennstoffe effektiver nutzen und emissionsarme Energieträger forcieren. Gerade hier hat Lateinamerika viel ungenutztes Potenzial. Obwohl auf diesem Kontinent Wasser, Winde und Sonne in schierem Überfluss vorhanden sind, verlassen sich fast alle Staaten bislang fast ausschließlich auf Erdöl und Erdgas.

Dass das Thema nachhaltige Entwicklung an Bedeutung gewinnt auf der europäisch-lateinamerikanischen Agenda und gemeinsame Lösungen gefragt sind, zeigen auch die Beispiele Brasilien und Kolumbien. Brasilien hat sich zum weltweiten Pionier für Bio-Kraftstoffe entwickelt. Fast alle neuen Autos in dem größten Land der Region tanken jetzt schadstoffarmes Ethanol, das zumeist aus Zuckerrohr destilliert wird. Allerdings hat diese an sich positive Nachricht auch Schattenseiten: Weil die Zuckerrohrplantagen immer weiter wuchern, suchen viele Kleinbauern nach neuem Land – und roden den tropischen Regenwald, die größte pflanzliche Reserve der Welt, die es unbedingt zu bewahren gilt. Einerseits, um die weltweiten CO2-Emissionen auszugleichen. Und andererseits, weil die Fauna und Flora des tropischen Regenwaldes ein gigantisches und zumeist noch kaum genutztes genetisches Reservoir darstellt.
Kolumbien, das Land mit der größten Biodiversität weltweit, verliert jährlich hunderte Arten durch den Raubbau an der Natur. Auf gigantischen Plantagen wachsen Ölpalmen für die Herstellung von Biosprit, meist illegal operierende Holzhändler treiben tiefe Schneisen in den Urwald, um einzelne Edelhölzer zu gewinnen. Und für die auf mehr als 100000 Hektar angebauten Koka-Sträucher müssen ständig neue Waldstücke weichen. Die Folgen sind sichtbar: Die vor 30 Jahren noch dicht bewaldete Südprovinz Putumayo hat heute 80 Prozent ihres Baumbestandes verloren. Ein ökologisches Desaster, an dem auch die Europäer nicht ganz unbeteiligt sind.

Denn der Kokainkonsum in Europa nimmt zu. Deshalb drängen lateinamerikanische Staaten die Europäer seit Jahren, das Drogenproblem als gemeinsame Herausforderung zu betrachten. Auch dieses Thema wird den Gipfel von Lima prägen und wurde bei einem Treffen von Experten und Ministern Anfang März in Wien vorbereitet. Denn eigentlich herrscht Einigkeit auf beiden Seiten des Atlantiks: Staaten wie Kolumbien, Peru und Bolivien können den Kampf gegen die Drogenkartelle und die aus Drogengeldern finanzierte Guerillagruppen unmöglich allein gewinnen.

Deutschland Magazine www.magazine-deutschland.de

Sonntag, 20. April 2008

Sprache und Erweiterung: Vielfalt bewahren

Die im Zuge der Osterweiterung wachsende Zahl der Amtssprachen stellt die Funktionsfähigkeit der EU in Frage

Man hat es schon mal vernommen, das Sprach-Bild vom "Haus Europa", an dem ständig renoviert und angebaut wird. Auch Patrice Husson, Referatsleiter des Programms "Multilingualität" bei der Europäischen Kommission, greift gerne auf diese Symbolik zurück, um zu verdeutlichen, wie es um die Sprachenvielfalt in der EU bestellt sein wird, wenn im Zuge der Osterweiterung bald bis zu zwölf Sprachen zu offiziellen Amtssprachen werden. Das Haus Europa, sagt Husson, verfüge derzeit über 11 Türen, sprich Amts- und Arbeitssprachen, und 40 Fenster, nämlich regionale Sprachen. Nach der Erweiterung könnte die Zahl der Türen auf 23 und die der Fenster auf 60 weiter ansteigen.

MIT 100 BIS 200 Dolmetschern für jede Sprache, die neu hinzukommt, rechnet Archie Clarke, Berater für Erweiterung im Übersetzungsdienst der EU-Kommission. Das macht vor allem den kleineren Ländern zu schaffen, die nach Clarkes Meinung über einen unterentwickelten Markt an Dolmetschern verfügen.

Schon jetzt stellt das Prinzip der Vielsprachigkeit, also das Recht aller EU-Bürger, sich in ihrer Landessprache informieren und äußern zu können, die Union vor erhebliche Probleme. Auf jeder Sitzung der EU-Organe übersetzen zur Zeit 33 Dolmetscher in die elf Amtssprachen. Bei einer Erweiterung um zwölf Länder würden weitere 36 Dolmetscher benötigt. Abgesehen von erheblichen Personal- und Sachkosten wäre kaum zu vermeiden, dass die politische Arbeit weiter an Effizienz einbüßt. Wie also die Funktionsfähigkeit der Union erhalten und gleichzeitig die Vielfalt der europäischen Sprachlandschaft bewahren? Mehrere Lösungsansätze wurden bislang entwickelt. So sieht beispielsweise das Ein-Sprachen-Modell Englisch als alleinige Amts- und Arbeitssprache der EU vor. Der hohen Effizienz bei der täglichen Arbeit und der Kostenreduktion steht hier die Sprachen- und Kulturvielfalt Europas gegenüber. Es ist nicht anzunehmen, dass sich die Mitgliedstaaten auf eine einzige Sprache werden einigen können.

Michael ZipfZeitschrift "Deutschland"

Mittwoch, 16. April 2008

Amazonasriese zu Gast in Berlin

Greenpeace hat heute den Stamm eines Tauari-Baumes vor der brasilianischen Botschaft in Berlin präsentiert. Der ehemals 30 Meter hohe Baum war der illegalen Brandrodung im Amazonas-Gebiet zum Opfer gefallen. An der Aktion waren auch Berliner Greenpeace-Aktivisten beteiligt: Sie demonstrierten mit dem auf einem Tieflader befestigten Stamm gegen die Vernichtung des Amazonas-Regenwaldes.


Der immerhin noch 12 Meter lange Baum hat bereits eine weite Reise hinter sich: Brasilianischen Greenpeace-Aktivisten war es Ende vergangenen Jahres unter schwierigsten Bedingungen gelungen, den Tauari-Stamm im Amazonas-Gebiet zu bergen. Im Anschluss präsentierte Greenpeace den Baum in mehreren brasilianischen Städten, um auf die Urwaldzerstörung aufmerksam zu machen. Ganze 6.000 km legte der Amazonasriese so zurück. In der Hauptstadt Brasilia wurden neun Videomonitore in seinen rußgeschwärzten Stamm eingelassen – auf ihnen werden eindrucksvolle Bilder gezeigt. Sie dokumentieren die Schönheit der Amazonas-Regenwälder und ihre Zerstörung.


In Berlin ist der Baumriese heute zu einer Informationstour gestartet, die im Mai bei der UN-Naturschutzkonferenz in Bonn enden wird. Auf der wichtigsten Arten- und Naturschutzkonferenz der Welt werden 189 Staaten über den Urwald- und Meeresschutz sowie dessen Finanzierung verhandeln.


Vom Gastgeberland Deutschland fordert Greenpeace wirksame Maßnahmen zum Urwaldschutz: Der Besitz und Handel mit illegal geschlagenem Holz soll gesetzlich verboten werden. Hierfür braucht es ein europäisches Urwaldschutzgesetz. Darüber hinaus fordert Greenpeace die Bundesregierung dazu auf, jährlich 2 Milliarden Euro für den Urwaldschutz zur Verfügung zu stellen.


Zum Auftakt der Tour hat Greenpeace heute einem Vertreter der brasilianischen Botschaft einen aktuellen Report über die Situation des brasilianischen Urwaldes übergeben. Andre Muggiati, Urwaldexperte von Greenpeace Brasilien, erklärte in Berlin: „Dieser Baum steht für unzählige andere, die täglich im Amazonas gefällt und abgebrannt werden. Die brasilianische Regierung muss gegen das Verschwinden weiterer Tier- und Pflanzenarten vorgehen und eine Beschleunigung des Klimawandels durch die Urwaldzerstörung verhindern.“


Quelle: Mamapress e M.A.C.U.M.B.A.

Freitag, 11. April 2008

Telekomunternehmen wollen 2008 insgesamt R$ 16,3 Mrd. investieren.

R$

Die brasilianischen Telekomgesellschaften wollen in diesem Jahr ihre Investitionstätigkeit deutlich gegenüber 2007 erhöhen. Nach Angaben der Wirtschaftszeitung Valor Econômico beabsichtigen die Provider Oi, TIM, Claro und Vivo, in diesem Jahr Investitionen in Gesamthöhe von R$ 16,3 Mrd. in Brasilien zu tätigen. Dies entspricht einer Zunahme von 50% gegenüber 2008. Im Vorjahr lag das Investitionsvolumen der Unternehmen Oi, Brasil Telecom, Telesp, TIM, Vivo und Embratel zusammen bei R$ 10,8 Mrd.

Brasil Telecom, Embratel und Telesp haben bisher noch keine konkreten Angaben über Investitionen in diesem Jahr gemacht. Aus diesem Grund könnten die Gesamtinvestitionen 2008 evtl. über dem bisher angekündigten Wert liegen.

Embratel und Claro gehören zur mexikanischen Gruppe Telmex. Das Unternehmen wird von Carlos Slim kontrolliert. Telmex hatte angekündigt, 2008 insgesamt US$ 1,1 Mrd. in seine Tochtergesellschaften im Ausland zu investieren. Einzelheiten zum Investitionsvolumen in Brasilien wurden allerdings nicht genannt. Oi und Brasil Telecom wollen in Zukunft gemeinsam operieren.

Die entsprechende Vereinbarung wurde Ende März 2008 unterzeichnet. Der Löwenanteil der in diesem Jahr geplanten Investitionen entfällt auf Vivo. Der Handyprovider plant, Finanzmittel in Höhe von R$ 6,1 Mrd. bereitzustellen. Von den Gesamtmitteln sollen R$ 2,7 Mrd. in die Gesellschaft Telemig Celular investiert werden.

Das Unternehmen wurde im Vorjahr für R$ 1 Mrd. von Vivo übernommen.
Darüber hinaus investieren die Handyprovider in den Aufbau eines flächendeckenden Mobilfunknetzes der dritten Generation. Die entsprechende Ausschreibung der 3GMobilfunknetze erfolgte im Dezember 2007. Zu jener Zeit sicherte sich Claro den Löwenantei der Lizenzen, gefolgt von TIM, Vivo und Oi.

Quele: Wochenbericht Brasilien - AHK. 08.04.2008.

Mittwoch, 9. April 2008

A língua alemã é relativamente fácil !...

Todos aqueles que conhecem as línguas derivadas do latim e estão habituados a conjugar alguns verbos podem aprendê-la rapidamente. Isto dizem os professores de alemão logo na primeira lição. Para ilustrar como é simples, vamos analisar um exemplo em alemão.
Primeiro, pegamos um livro em alemão, neste caso, um magnífico volume, com capa dura, publicado em Dortmund, e que trata dos usos ecostumes dos índios australianos hotentotes (em alemão"Hottentotten"). Conta o livro que os cangurus (Beutelratten) eram capturados ecolocados em jaulas (Kotter), cobertas com uma tela (Lattengitter)para protegê-las das intempéries. Estas jaulas, portanto, chamam-se jaulas cobertas com tela (em alemão,Lattengitterkotter)e, como se destinam a cangurus (Beutelrattenlattengitterkotter).
Um dia, os Hotentotes prenderam um assassino (Attentäter), acusado dehaver matado a mãe (Mutter) de um garoto surdo-mudo (Stottertrottel) Hotentote. Esta mulher, portanto, chama-se em alemão Hottentottenstottertrottelmuttere seu assassino, Hottentottenstottertrottelmutterattentäter.
No livro, os índios o capturaram e, sem ter onde colocá-lo,puseram-no numa jaula de canguru (Beutelrattenlattengitterkotter). Mas o preso escapou... Iniciaram a busca. A certa altura, vem um Guerreiro hotentote correndo e gritando:
* Capturamos um assassino (Attentäter)!
* Qual? - pergunta o chefe indígena.
* O Lattengitterkotterbeutelrattenattentäter!, comenta o Guerreiro.
* Como? O assassino que estava na jaula de cangurus coberta de tela? - Diz o chefe dos hotentotes. * Sim, responde a duras penas o indígena, o Hottentottenstottertrottelmutteratentäter (assassino da mãe do garotosurdo-mudo).
* Ah, demônios!, diz o chefe, você poderia ter dito desde o início que Havia capturado o Hottentotterstottertrottelmutterlattengitterkotterbeutelrattenattentäter (assassino da mãe do garoto surdo-mudo que estava na jaula decangurus coberta de tela).
Assim, podemos ver através deste exemplo que o alemão é facílimo e simplifica muito as coisas... Basta um pouco de interesse!

Samstag, 5. April 2008

Kuba beginnt ReformkursMobilfunk, Computer, Videorekorder auch für Privatpersonen

Von Jens Schneider

Wenige Wochen nach dem offiziellen Rücktritt des Comandante en chefe Fidel Castro, hat Kuba offensichtlich mit einem vulminanten Reformkurs begonnen, dessen genaue Zielrichtung und Geschwindigkeit natürlich noch nicht abschätzbar ist. So sollen Kubaner auch die bislang Touristen vorbehaltenen Hotels besuchen dürfen, es werden Mobilfunkverträge angeboten und der Erwerb von Fernsehern, Videorekordern und Computern ist auch Privatpersonen erlaubt. Raul Castro machts möglich.

In der Öffentlichkeit erst wenig beachtet, hatte die kubanische Wirtschaft nach der schwierigen Phase um 1990 in den letzten Jahren einen beachtlichen Aufschwung genommen, der auch internationale Investoren ins Land gelockt hatte. Behindert wurde diese Entwicklung wie schon in den Jahrzehnten davor durch die US-amerikanische Blockade. Doch längst drängten auch US-amerikanische Firmen auf eine Änderung dieser Politik. Einher ging dieser wirtschaftliche Aufschwung auch mit ersten politischen Veränderungen. So hatte Kuba zuletzt zwei Verträge über Menschenrechte unterzeichnet, deren Unterzeichnung Fidel Castro bislang immer verweigert hatte. Sie sind allerdings noch nicht ratifiziert.Jetzt kommt es Schlag auf Schlag: Kubaner dürfen in Touristenhotels, der Besitz von Mobilfunkgeräten (Handys) ist erlaubt, die stattliche Firma ETECSA wird diese Verträge ab sofort anbieten – allerdings muß das Prepaid-System angewandt und die Karten in Devisen bezahlt werden – es darf private Computer, Fernseher, Videorekorder usw. geben. Erhebliche Investitionen sind in den Bereichen Petrochemie, Düngemittelwirtschaft sowie für den Ausbau des Güter-und Personenverkehrs vorgesehen. Die in Kuba vertretenen ausländischen Firmen – darunter Tochtergesellschaften US-amerikanischer Konzerne (wie Coca Cola) – rechnen mit weiteren wirtschaftlichen Reformen und erhöhten Gewinnchancen, ohne daß man bereits von einem chinesischen Weg sprechen darf. Eine weitere bemerkenswerte Reform steht im gesellschaftlichen Bereich an. Obwohl jahrelang verpönt, soll jetzt im Juni 2008 ein Gesetz verabschiedet werden, daß Kubanern auch Lebensformen gewährt, die bislang als „pervers“ galten. Eine Diskriminierung von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender-Personen soll verboten werden, Lebensgemeinschaften erlaubt (als „eingetragene Partnerschaft“) Transgender-Personen dürfen ihr Geschlecht selbst wählen, eventuell notwendige Operationen werden vom Gesundheitssystem bezahlt. Reformen, die offenbar auf Raul Castros Tochter Mariela Castro zurückgehen. Nur die Gleichstellung mit der Ehe soll einstweilen unterbleiben, da diese Position in der kubanischen Bevölkerung nicht durchsetzbar sei. Inzwischen wurde bekannt, daß Kuba auch rund 100.000 ökologische Farmen besitzt, die Nahrungsmittel erzeugen, die auf eine Schädigung von Menschen und Natur verzichten. Dafür gibt es den Verband der Kleinerzeuger. Es sieht so aus, als ob Kuba die eigentliche Revolutionsphase damit beenden will und sich auf die beschleunigte sozialistische Entwicklung hin orientiert. Für dieses Modell gab es bisher zwei Fallbeispiele: die VR China ab Deng Hsiao Ping und die Sowjetunion zur Zeit Gorbatschows. Man wird weiter sehen, wohin sich Kuba entwickelt.

Veröffentlicht: 31. März 2008

Mittwoch, 2. April 2008

Verbot von Spams beabsichtigt

Der Verfassungsrat (comissao de Constituicao e Justica - CCJ) des brasilianischen Senats beschloss, den sog. „Spams“ in Zukunft einen Riegel vorzuschieben. Der noch dem Kongress vorzulegende Gesetzesvorschlag sieht Geldstrafen bis 1000 R$ vor ( 1 Euro rund 1,7710 R$). Verboten sind damit in Zukunft, sollte letztlich der Kongress zustimmen, Massenmitteilungen an unbekannte Empfänger. Absender elektronischer Mitteilungen haben, so sieht es der Gesetzesvorschlag darüber hinaus vor, ihre eigene Anschrift oder ihre E-Mailadresse in jedem Schreiben mitzuteilen, und es muss sichergestellt sein, dass der Empfänger frei zu entscheiden vermag, ob er einen weiteren Bezug von Nachrichten des Absenders ablehnt oder nicht. Bevor die Vorlage dem Kongress zugeleitet werden kann, wird sie noch dem sog. Erziehungsrat (comissao de Educacao) unterbreitet.

Quelle: bfai-Rechtsnews 4/2008